Wissenswertes

Kennerschaft zum Anfassen.

Lassen Sie einen Diamanten wachsen, rechnen Sie Ringgrößen um, messen Sie Ihre Uhr, erkunden Sie Komplikationen und testen Sie Ihr Wissen.

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4C-Explorer

Ein Diamant, vier Kriterien

Karat, Farbe, Reinheit und Schliff nach der GIA-Systematik. Lassen Sie den Stein wachsen und sehen Sie, warum doppeltes Gewicht nicht doppelte Größe bedeutet.

Schliff (Cut)

Das Karat (ct) ist die Gewichtseinheit für Edelsteine: 1 ct entspricht 0,2 Gramm und wird in 100 Punkte unterteilt. Weil das Gewicht mit dem Volumen wächst, nimmt der Durchmesser eines Rundbrillanten nur mit der Kubikwurzel zu: Doppeltes Gewicht bedeutet nur rund 26 Prozent mehr Durchmesser. Ein gut proportionierter Brillant von 1 ct misst etwa 6,4 Millimeter, einer von 2 ct nicht 12,8, sondern rund 8,1 Millimeter. Darstellung schematisch, Farbe und Einschlüsse sind zur Verdeutlichung überzeichnet. Quelle der Skalen: GIA.

Ringgrößen-Umrechner

Ihre Größe, weltweit

In Deutschland entspricht die Ringgröße dem Innenumfang in Millimetern (EN ISO 8653). Schieben Sie den Regler auf Ihren Umfang und lesen Sie die internationalen Größen ab.

So messen Sie: einen Papierstreifen locker um den Finger legen, markieren, abrollen und messen. Am besten abends und bei warmen Händen, weil Finger im Tagesverlauf und bei Wärme etwas dicker werden.

Deutschland / EU (Umfang)
Innendurchmesser
USA / Kanada
Großbritannien
Italien, Spanien, Schweiz

Näherungswerte. Hersteller- und Länder-Tabellen weichen um bis zu eine halbe Größe voneinander ab. Für einen Ring, der passen muss, lohnt die Messung mit Ringmaß beim Juwelier. Breite Ringe sitzen enger als schmale.

Punzen-Lexikon

Was die Stempel verraten

Der Feingehalt steht in Promille: 585 bedeutet 585 Teile reines Gold von 1.000. Wie viel Feingold ein Stück enthält, rechnet der Goldwert-Rechner aus.

StempelMetallKaratWissenswertes
333Gold8 ktVor allem in Deutschland verbreitete, preisgünstige Legierung mit einem Drittel Gold; sie kann mit der Zeit leichter anlaufen.
375Gold9 ktBesonders in Großbritannien verbreitet, wo 375 der niedrigste gestempelte Feingehalt für Gold ist.
585Gold14 ktWeit verbreiteter Standard für robusten Alltagsschmuck; nach dem Feingehaltsgesetz zugleich Mindestwert für Stempel auf goldenen Geräten.
750Gold18 ktKlassischer Standard für hochwertigen Schmuck und Uhrengehäuse, mit sattem Goldton.
900Gold21,6 ktTypischer Feingehalt historischer Goldmünzen, etwa der Lateinischen Münzunion; im Schmuck selten.
916Gold22 ktIn Indien und im Nahen Osten traditionell für Schmuck beliebt und Feingehalt mancher Anlagemünzen.
999Gold24 ktFeingold; sehr weich und daher vor allem für Barren und Münzen genutzt, Anlagebarren tragen meist 999,9.
800Silberk. A.Mindestfeingehalt für gestempelte silberne Geräte nach dem deutschen Feingehaltsgesetz, häufig bei älterem Tafelsilber.
835Silberk. A.Früher unter anderem in Deutschland und den Niederlanden für Besteck und Schmuck verbreitet.
925Silberk. A.Sterlingsilber und internationaler Standard für Silberschmuck; der Rest ist meist Kupfer.
999Silberk. A.Feinsilber; weich und vor allem für Barren und Anlagemünzen genutzt.
950Platink. A.In Europa üblicher Standard für Platinschmuck, etwa für Trauringe und Fassungen.
999Platink. A.Nahezu reines Platin für Barren und Münzen, in einigen Märkten auch für Schmuck.
500Palladiumk. A.Preisgünstigere Legierung mit hälftigem Palladiumanteil, im deutschsprachigen Raum etwa für Trauringe genutzt.
950Palladiumk. A.Hochwertige Palladiumlegierung; von Natur aus weiß und deutlich leichter als Platin.
Gangwert-Rechner

Wie genau geht Ihre Uhr?

Stellen Sie die Uhr nach einer verlässlichen Zeitquelle, notieren Sie nach einigen Tagen die Abweichung und vergleichen Sie den Tageswert mit den Grenzen der Chronometer-Normen.

Plus heißt: Die Uhr geht vor. Messen Sie über mehrere Tage, eine einzelne Nacht in einer anderen Lage verfälscht den Wert. Als Referenz dient die gesetzliche Zeit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, wie sie Funkuhren und synchronisierte Geräte anzeigen.

Gang pro Tag
Nach 30 Tagen
Nach einem Jahr

Normen: Chronometer nach ISO 3159 (COSC) · Deutsche Chronometerprüfung (DIN 8319) · COSC Excellence Chronometer · METAS Master Chronometer. Die Normen prüfen Werke oder Uhren unter Laborbedingungen; am Handgelenk ändern Temperatur, Lage und Aufzug den Gang.

Komplikationen-Explorer

Mehr als Stunden und Minuten

Jede Zusatzfunktion einer mechanischen Uhr heißt Komplikation. Wählen Sie eine aus, das Zifferblatt zeigt, wo sie sitzt. Die Zeiger laufen in Echtzeit, die Mondphase zeigt den heutigen Mond.

0·2·4·6·8·10·12·14·16·18·20·22· RESERVE MOFEB 29
Komplikation

Datum

Die einfachste Kalenderkomplikation zeigt den Tag des Monats, meist in einem Fenster oder mit einem Zeiger. Das Werk schaltet jede Nacht einen Tag weiter und rechnet dabei immer mit 31 Tagen. Bei vielen mechanischen Werken sollte das Datum nicht in den Stunden um Mitternacht verstellt werden, während der Schaltvorgang läuft.

Ein einfaches Datum muss fünfmal im Jahr von Hand korrigiert werden: am Ende von Februar, April, Juni, September und November.

Härte-Skala

Was ein Stein im Alltag verträgt

Die Ritzhärte nach Mohs reicht von 1 (Talk) bis 10 (Diamant). Staub enthält Quarz mit Härte 7: Weichere Steine werden beim täglichen Tragen mit der Zeit matt. Tippen Sie auf einen Stein.

Quarz im Staub
12345678910
Kenner-Quiz

Wie gut ist Ihr Blick?

Zwölf Fragen zu Schmuck, Edelsteinen, Uhren und Geschichte. Nach jeder Antwort gibt es die Erklärung, am Ende Ihr Ergebnis.

Zeitstrahl

Von der Antike bis heute

Goldschmiede, Uhrmacher und Steinschleifer haben Geschichte geschrieben. Eine kurze Reise in Stationen.

um 4500 v. Chr.

Das Gold von Warna

Im Gräberfeld von Warna an der bulgarischen Schwarzmeerküste werden Toten zahlreiche Goldobjekte mitgegeben. Der Fund gilt als einer der ältesten bearbeiteten Goldschätze der Welt.

7. Jh. v. Chr.

Etruskische Granulation

Etruskische Goldschmiede verzieren Fibeln und Ohrschmuck mit Tausenden winziger Goldkügelchen. Die Technik ist älter, erreicht bei ihnen aber eine bis heute bewunderte Feinheit.

1477

Der Ring für Maria von Burgund

Erzherzog Maximilian von Österreich schenkt seiner Verlobten Maria von Burgund einen Ring mit Diamanten. Er gilt als frühester überlieferter Diamant-Verlobungsring.

1675

Die Unruhspirale

Christiaan Huygens stellt die Spiralfeder für die Unruh vor, Robert Hooke beansprucht die Idee ebenfalls. Taschenuhren gehen dadurch deutlich genauer.

1801

Patent für das Tourbillon

Abraham-Louis Breguet erhält am 26. Juni 1801 in Frankreich das Patent für seinen drehenden Hemmungskäfig. Er soll Gangfehler ausgleichen, die die Schwerkraft in senkrechten Lagen der Taschenuhr verursacht.

1810

Eine Uhr fürs Handgelenk

Caroline Murat, Königin von Neapel, bestellt bei Breguet eine Uhr an einem Armband aus Haar und Goldfäden; geliefert wird sie 1812. Sie gilt als eine der ersten dokumentierten Armbanduhren, durchsetzen wird sich die Armbanduhr erst im frühen 20. Jahrhundert.

1867

Diamanten in Südafrika

Bei Hopetown am Oranje wird ein Kiesel als Diamant erkannt, der später „Eureka“ heißt. Die folgenden Funde um Kimberley machen Südafrika für Jahrzehnte zum führenden Diamantenproduzenten.

1919

Tolkowskys „Diamond Design“

Marcel Tolkowsky berechnet Proportionen, die einem runden Brillanten besonders viel Brillanz und Feuer verleihen. Seine Werte prägen den modernen Brillantschliff bis heute.

1953

Die Farbskala von D bis Z

Das Gemological Institute of America führt sein internationales Diamant-Graduierungssystem auf Basis der 4C ein. Die Farbskala beginnt bewusst bei D, um sich von älteren, uneinheitlichen Systemen abzugrenzen.

1954

Der erste Labordiamant

Forschern von General Electric gelingt im Dezember 1954 die reproduzierbare Herstellung von Diamanten unter hohem Druck und hoher Temperatur. Die ersten Steine sind winzig und für die Industrie bestimmt; Schmuckqualität wird erst Jahrzehnte später wirtschaftlich.

1969

Quarz am Handgelenk

Am 25. Dezember 1969 kommt in Tokio mit der Seiko Astron die erste Quarz-Armbanduhr in den Handel. In den 1970er-Jahren löst die Quarztechnik eine Krise aus, die die mechanische Uhrenindustrie tief erschüttert.

2018

Labordiamanten sind Diamanten

Die US-Handelsbehörde FTC streicht das Wort „natürlich“ aus ihrer Definition des Diamanten. Labordiamanten gelten damit nach den US-Richtlinien als Diamanten, ihre Herkunft muss aber klar offengelegt werden.

Glossar

Begriffe, kurz erklärt

Von 4C bis Unruh. Suchen Sie einen Begriff oder filtern Sie nach Thema.

4C

Carat, Color, Clarity, Cut

Die vier Kriterien, nach denen Diamanten bewertet werden: Gewicht (Carat), Farbe (Color), Reinheit (Clarity) und Schliff (Cut). Das Gemological Institute of America (GIA) machte sie bekannt und schuf darauf aufbauend 1953 sein internationales Graduierungssystem, das heute Grundlage der meisten Diamantgutachten ist.

Anlagegold

§ 25c UStG

Gold in Barren oder Plättchen mit mindestens 995 Tausendteilen Feingehalt sowie bestimmte Goldmünzen mit mindestens 900 Tausendteilen, die nach 1800 geprägt wurden und gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren. Seine Lieferung ist in Deutschland umsatzsteuerfrei; für Goldschmuck und Silber gilt das nicht.

Antimagnetisch

ISO 764

Nach ISO 764 gilt eine Uhr als antimagnetisch, wenn sie nach dem Kontakt mit einem Magnetfeld von 4.800 A/m, rund 60 Gauß, höchstens 30 Sekunden pro Tag von ihrem vorherigen Gang abweicht. Magnete in Lautsprechern, Taschenverschlüssen oder Tablets können ungeschützte Werke aus dem Takt bringen.

Aufgeld

Buyer’s Premium

Aufschlag, den Käufer bei einer Auktion zusätzlich zum Zuschlag, dem Hammerpreis, an das Auktionshaus zahlen. Die Höhe legt jedes Haus in seinen Versteigerungsbedingungen fest; hinzu kann Mehrwertsteuer kommen.

Automatik und Handaufzug

Selbstaufzug

Bei Handaufzugswerken wird die Zugfeder über die Krone gespannt. Automatikwerke nutzen zusätzlich einen Rotor, der sich mit den Bewegungen des Handgelenks dreht und die Feder selbsttätig aufzieht.

Behandlung

Treatment

Verfahren, die Farbe, Reinheit oder Haltbarkeit eines Edelsteins verbessern, etwa das Erhitzen von Saphir und Rubin oder das Ölen von Smaragd. Viele Behandlungen sind im Handel üblich, nach den Richtlinien des Weltschmuckverbands CIBJO aber offenzulegen, weil sie den Wert beeinflussen.

Beryll

Smaragd, Aquamarin, Morganit

Mineral, zu dem mehrere bekannte Edelsteine gehören: der grüne Smaragd, der blaugrüne bis blaue Aquamarin und der rosafarbene Morganit. Die Farben entstehen durch Spuren von Elementen wie Chrom, Vanadium, Eisen oder Mangan.

Brillant

Diamant im Brillantschliff

Runder Diamant im Brillantschliff mit 57 Facetten, mit angeschliffener Spitze (Kalette) 58. Im deutschen Sprachgebrauch steht „Brillant“ ohne Zusatz für einen Diamanten; andere Steine werden als „im Brillantschliff“ bezeichnet.

Cabochon

Glattschliff

Schliffform mit gewölbter, glatt polierter Oberseite ohne Facetten, meist mit flacher Unterseite. Sie eignet sich besonders für undurchsichtige Steine und für Lichteffekte wie Katzenauge oder Stern.

Chronometer

ISO 3159

Uhr, deren Werk eine offizielle Gangprüfung nach ISO 3159 bestanden hat, in der Schweiz durch die COSC, in Deutschland nach DIN 8319 in der Sternwarte Glashütte. Für mechanische Werke liegt die zulässige mittlere tägliche Abweichung bei −4 bis +6 Sekunden.

Doublé

Goldplattierung

Unedles Metall, etwa Messing, mit einer mechanisch aufgebrachten, zum Beispiel aufgewalzten Goldauflage. Die Schicht ist meist deutlich dicker und haltbarer als eine galvanische Vergoldung, massiver Goldschmuck ist Doublé aber nicht.

Einschluss

Inclusion

Im Inneren eines Steins eingeschlossene Kristalle, Flüssigkeiten oder feine Risse, die meist beim Wachstum entstanden sind. Sie bestimmen den Reinheitsgrad eines Diamanten und können bei Farbsteinen Hinweise auf Herkunft oder Behandlung geben.

Feingehalt

Tausendteile

Anteil des reinen Edelmetalls in einer Legierung, angegeben in Tausendteilen. Der Stempel 585 bedeutet 585 von 1.000 Teilen Gold, der Rest sind andere Metalle wie Silber, Kupfer oder Palladium.

Feinunze

Troy Ounce, oz tr

Gewichtseinheit für Edelmetalle: Eine Feinunze entspricht 31,1035 Gramm und ist damit schwerer als die gewöhnliche Unze mit rund 28,35 Gramm. Der Referenzpreis für Gold, der LBMA Gold Price, wird an Londoner Handelstagen zweimal in US-Dollar je Feinunze ermittelt.

Fluoreszenz

Fluorescence

Leuchten eines Steins unter ultraviolettem Licht. Laut GIA zeigen etwa 25 bis 35 Prozent der Diamanten eine Fluoreszenz, ganz überwiegend in Blau; Gutachten geben ihre Stärke von „None“ bis „Very Strong“ an.

Frequenz

Halbschwingungen pro Stunde

Gibt an, wie schnell die Unruh schwingt, meist in Halbschwingungen pro Stunde (A/h) oder in Hertz. Verbreitet sind 28.800 A/h, das entspricht 4 Hertz; höhere Frequenzen können die Gangstabilität verbessern, beanspruchen Werk und Zugfeder aber stärker.

Full Set

Box und Papiere

Uhr mit allen ursprünglich zum Verkauf gehörenden Bestandteilen, typischerweise Originalbox, Garantiekarte oder Zertifikat und Papiere. Auf dem Gebrauchtmarkt erzielen vollständige Uhren meist höhere Preise, weil Herkunft und Echtheit leichter nachzuvollziehen sind.

Granulation

Goldkügelchen-Dekor

Goldschmiedetechnik, bei der winzige Goldkügelchen auf eine Metalloberfläche aufgeschmolzen werden und Ornamente bilden. Etruskische Werkstätten brachten sie im 7. Jahrhundert v. Chr. zu besonderer Vollendung.

Hemmung

Ankerhemmung

Baugruppe, die die Energie der Zugfeder in gleichmäßigen Portionen an die Unruh abgibt und das Räderwerk Schritt für Schritt freigibt; dabei entsteht das typische Ticken. In mechanischen Armbanduhren ist die Schweizer Ankerhemmung am weitesten verbreitet.

Karat (Feingehalt)

kt

Angabe des Goldanteils in 24 Teilen: 24 Karat sind reines Gold, 18 Karat entsprechen 750 Tausendteilen, 14 Karat rund 585. Nicht zu verwechseln mit dem Karat als Gewichtseinheit für Edelsteine.

Karat (Gewicht)

ct

Gewichtseinheit für Edelsteine: Ein metrisches Karat entspricht 0,2 Gramm und wird in 100 Punkte unterteilt. Der Name geht auf die Samen des Johannisbrotbaums zurück, die Händlern früher als Gegengewichte dienten.

Kimberley-Prozess

Kimberley Process Certification Scheme

Internationales Zertifizierungssystem für Rohdiamanten, das seit 2003 den Handel mit sogenannten Konfliktdiamanten unterbinden soll. Teilnehmende Staaten handeln Rohdiamanten nur untereinander und mit Herkunftszertifikat; Kritiker bemängeln die enge Definition von Konfliktdiamanten.

Komplikation

Zusatzfunktion

Jede Funktion einer Uhr über Stunden, Minuten und Sekunden hinaus, etwa Datum, Chronograph oder Mondphase. Als besonders anspruchsvoll gelten ewiger Kalender, Tourbillon und Minutenrepetition.

Korund

Rubin und Saphir

Mineral aus Aluminiumoxid mit der Mohshärte 9. Roter Korund heißt Rubin, Korund in allen anderen Farben Saphir; synthetisch hergestellt dient er auch als kratzfestes Uhrglas.

Krappenfassung

Prong Setting

Fassung, bei der der Stein von meist vier oder sechs Metallkrallen gehalten wird. Viel Licht fällt von den Seiten ein; die Krappen sollten aber regelmäßig auf festen Sitz geprüft werden.

Labordiamant

Lab-grown, HPHT und CVD

Im Labor gezüchteter Diamant mit derselben chemischen Zusammensetzung und Kristallstruktur wie ein natürlicher. Er entsteht unter hohem Druck und hoher Temperatur (HPHT) oder durch Abscheidung aus einem Gas (CVD) und lässt sich zuverlässig nur mit gemmologischen Laborgeräten vom natürlichen Diamanten unterscheiden.

Lagerstein

Jewel

Lager aus synthetischem Rubin, in dem sich die Zapfen der Räder drehen. Der harte Korund verringert Reibung und Verschleiß; die Zahl der Steine ist oft auf dem Werk angegeben.

Manufakturkaliber

In-house-Werk

Uhrwerk, das ein Hersteller weitgehend selbst entwickelt und fertigt, im Gegensatz zu zugekauften Werken. Eine verbindliche Definition gibt es nicht; wie viele Teile im eigenen Haus entstehen, ist von Fall zu Fall verschieden.

Memoire-Ring

Eternity-Ring

Ring, dessen Schiene ganz oder zur Hälfte mit gleich großen Steinen besetzt ist, oft Brillanten. Ein rundum besetzter Ring lässt sich in der Größe kaum noch ändern.

Mohs-Skala

Ritzhärte

Relative Härteskala von 1 (Talk) bis 10 (Diamant), die der Mineraloge Friedrich Mohs Anfang des 19. Jahrhunderts aufstellte. Sie gibt an, welches Mineral welches ritzt; die Abstände sind aber nicht gleich, Diamant ist um ein Vielfaches härter als Korund mit 9.

Moissanit

Siliziumkarbid

Mineral aus Siliziumkarbid, benannt nach Henri Moissan, der es 1893 in Meteoritengestein entdeckte. In der Natur äußerst selten, wird es für Schmuck heute im Labor hergestellt und mit einer Mohshärte von rund 9,25 als Diamantalternative genutzt.

Pavé

Pflasterfassung

Fassart, bei der viele kleine Steine dicht nebeneinander gesetzt und von winzigen Metallkörnern gehalten werden. Die Fläche wirkt wie gepflastert, daher der französische Name.

Platin

Pt

Seltenes, sehr dichtes Edelmetall, das für Schmuck meist mit 950 Tausendteilen verarbeitet wird. Es ist von Natur aus weiß und läuft nicht an; Kratzer verdrängen das Material eher, als dass sie es abtragen.

Provenienz

Herkunftsnachweis

Dokumentierte Herkunft und Besitzgeschichte eines Objekts, etwa durch Rechnungen, Zertifikate oder Auktionskataloge. Eine belegte, bedeutende Provenienz kann den Wert von Schmuck und Uhren deutlich steigern.

Punze

Stempel, Punzierung

In Metall geschlagenes Zeichen, das Feingehalt, Hersteller oder Prüfamt angibt. In Deutschland ist der Feingehaltsstempel freiwillig; wird er angebracht, muss er dem Feingehaltsgesetz von 1884 entsprechen.

Rhodinieren

Rhodiumauflage

Galvanisches Überziehen mit einer hauchdünnen Schicht Rhodium, einem Platinmetall. Weißgold erhält so einen kühlen, hellen Glanz; weil sich die Schicht mit der Zeit abträgt, kann der Goldschmied sie erneuern.

Rosé- und Rotgold

Kupferreiche Goldlegierungen

Goldlegierungen mit erhöhtem Kupferanteil, der den warmen, rötlichen Ton erzeugt; Rotgold enthält meist etwas mehr Kupfer als Roségold, genormt sind die Farbbezeichnungen aber nicht. Der Feingehalt, etwa 585 oder 750, entspricht dem von Gelbgold.

Saphirglas

Synthetischer Korund

Uhrglas aus synthetischem Korund mit der Mohshärte 9. Es ist im Alltag nahezu kratzfest, kann bei einem harten Schlag aber brechen.

Solitär

Solitaire

Schmuckstück mit einem einzelnen, hervorgehobenen Stein, klassisch ein Ring mit Diamant. Der Begriff kommt vom französischen „solitaire“, einzeln.

Sterlingsilber

925er Silber

Silberlegierung mit 925 Tausendteilen Silber, der Rest ist meist Kupfer. Sie ist härter als Feinsilber und Standard für hochwertigen Silberschmuck und Silberwaren.

Unruh

mit Spiralfeder

Das schwingende Rad, das zusammen mit der Spiralfeder den Takt eines mechanischen Uhrwerks bestimmt. Christiaan Huygens stellte die Unruhspirale 1675 vor; erst sie machte Taschenuhren wirklich genau.

Vermeil

Vergoldetes Silber

Vergoldetes Silber, heute meist Sterlingsilber mit einer Goldauflage. Mindestdicke und Goldgehalt der Auflage sind international nicht einheitlich festgelegt.

Wasserdichtigkeit

ISO 22810 und ISO 6425

Die Angabe in Metern oder bar beschreibt einen Prüfdruck unter Laborbedingungen, keine empfohlene Tauchtiefe. Taucheruhren nach ISO 6425 müssen mindestens 100 Meter wasserdicht sein und weitere Anforderungen erfüllen; Dichtungen sollten regelmäßig geprüft werden.

Weißgold

White Gold

Goldlegierung, die durch Palladium oder andere weiße Metalle entfärbt wird; nickelhaltige Legierungen können Allergien auslösen, ihre Nickelabgabe ist in der EU begrenzt. Weil ein leicht gelblicher Eigenton bleibt, wird Weißgold meist rhodiniert.

Zargenfassung

Bezel Setting

Fassung, bei der ein geschlossener Metallrand den Stein ringsum umschließt. Sie schützt Kanten und Rundiste gut und eignet sich daher für Ringe im täglichen Gebrauch.

Zirkonia

nicht Zirkon

Synthetisches, kubisch kristallisiertes Zirkoniumdioxid, das seit den 1970er-Jahren als preiswerte Diamantimitation dient. Nicht zu verwechseln mit Zirkon, einem natürlichen Edelstein.

Zuchtperle

Kulturperle

Perle, deren Entstehung der Mensch anregt, indem er einer Muschel einen Kern oder ein Gewebestück einsetzt. Die Muschel umhüllt es mit Perlmutt; dessen Dicke und Lüster, also der Oberflächenglanz, bestimmen die Qualität.